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Mittwoch, 29. April 2009

Alte Hüte aus dem Mafo-Regal: der Partizipative Konsument

Die PR-Agentur Zucker Kommunikation hat gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Skopos aus Hürth eine Studie über den so genannten PARKO erstellt. Der PARKO ist ein enger Verwandter des LOHA. In der wunderbaren Welt des Marketing-Geklingels steht LOHA für "Lifestyle of Health and Sustainability", also in etwa: "Lebensstil der Gesundheit und Nachhaltigkeit". Gemeint sind damit Lifestyle-Ökos, die gerne mal dem Konsum frönen - schicke Klamotte, lecker Häppchen usw. - aber alles auch ganz gerne mit einem Öko-Bewusstsein aufladen. Bei Aldi also auch mal die Bio-Salami in den Wagen legen. Eine neuer, unverkrampfter Öko also, ohne den abgeschabten Jute-Muff der Eine-Welt-Läden. Soweit die Theorie.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Südwind-Studie: Wie es bei Aldi-Zulieferern in China zugeht

Arbeiterinnen in China



Das Südwind-Institut aus Siegburg hat gerade eine Studie zu den Arbeitsbedingungen Zulieferbetrieben von Aldi in China herausgegeben (obiges Foto habe ich aus der Studie entnommen). Die Studie legt den Finger in eine Wunde der westlichen Konsumgesellschaft: Alle wissen im Prinzip, dass es nicht ohne ethisch fragwürdige Arbeitsbedingungen funktionieren kann, wenn ein Discounter Schuhe, Jogging-Klamotten oder sonstwas für ein paar Euro fuffzig auf den Markt haut. Trotzdem kaufen wir dort ein. Ingeborg Wick ist für die Südwind-Studie "Arbeits- und Frauenrechte im Discountgeschäft - Aldi Aktionsware aus China" dorthin gegangen wo die Ware herkommt, mit der wir Westeuropäer uns gerne und günstig einkleiden: ins Perlflussdelta nach China.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Der Konsument ist King - angeblich

Die Unternehmensberatung Ernst & Young hat die CEO-Studie "Fast Forward" veröffentlicht. Die Studie ist eigentlich nix weiter als ein Fragebogen, den 27 gewichtige Unternehmenslenker, vulgo: CEOs, ausgefüllt haben. U.a. Microsoft-Glatzkopp Steve Ballmer, Bertelsmanns Wachstums-Fetischist Hartmut Ostrowski und der Web-verrückte Verleger Stefan von Holtzbrinck. Und was ist die Essenz, die die Berater aus dem CEO-Geschwafel herausgefiltert haben:
"Content is Queen, the consumer is now king"

Ach du liebes bisschen. Da wir die olle Phrase von "Content is King" ein wenig um-modelliert und man schreibt irgendwas vom Konsumenten dazu, weil der ist ja derzeit in aller Munde, weil die Firmen an sein Geld wollen. Veröffentlicht wird "Fast Forward" erst im November, was aber bisher aus der Studie vorgestellt wurde, rechtfertigt kein bisschen dieses blumige Schlagwort von "The consumer is king".

Montag, 20. Oktober 2008

Verbraucher Analyse: Tiefgekühltes statt Marke

Die Konsum-Studie Verbraucher Anlayse (VA) erfreut uns mit einigen Einsichten in deutsche Koch- und Ess-Gewohnheiten. Die Studienmacher haben untersucht, wie sich die Koch- und Essgewohnheiten der Deutschen in zehn Jahren, von 1998 bis 2008, verändert haben. Dabei lassen sich einige wenig überraschende, gleichwohl deutliche Trends herausschälen.
Die überwiegende Mehrheit der Haushaltsführenden (72 %) achtet auf gesunde Ernährung. Hauptsache bleibt jedoch, dass das Essen schmeckt, da spielen Kalorien für fast die Hälfte keine große Rolle.

Klar. Bei einer Befragung gibt doch fast jeder an, auf gesunde Ernährung zu achten und das gute Fleisch von den glücklichen Kühen zu kaufen. Laut VA achtet jede zweite Haushaltsführung beim Fleischkauf auf artgerechte Haltung der Tiere, jede dritte gar auf das Bio-Siegel. Hierfür wurden nur Daten zwischen 2003 und 2008 verwendet, da es das Siegel vorher noch nicht gab. Die Akzeptanz des Bio-Siegels hat sich laut den Daten seit Einführung kaum verändert. Sie ist von Anfang an sehr hoch. Nach der Durchdringung der Discounter-Ketten mit Bio-Produkten und auch Bio-Fleisch- und -Wurstwaren steht zu hoffen, dass mittlerweile auch real mehr Bio-Ware gekauft wird. Verlierer im Spiel sind eindeutig Markenprodukte.