Mittwoch, 10. März 2010

Warum Ikea eine tolle Firma ist

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Ich muss mal was zu Ikea sagen. Die Firma ist einfach toll. Ja, okay. Es gibt da allerhand Zeugs, was wirklich in jeder Beziehung billigst ist, z.B. den Becher Kalas, sechs Stück zu 1,59 (hieß früher Becher Saftig). Aber es gibt auch eine ganze Reihe qualitativ ordentlicher Produkte zu guten Preisen. Und der Service ist über jeden Verdacht erhaben. Ein Beispiel, das einem sogar den Glauben an die Dienstleistung wieder geben könnte: Wir besitzen seit vielen Jahren Küchen-Oberschränke Värde. Deren Abdeckungen sind mit Scharnieren befestigt, die leider mit der Zeit ausleiern. Die Folge: Die Värde-Deckel hängen schlapp herunter und knallen einem (mir) schon mal gegen den Kopf. Nun haben wir die Scharniere vor langer Zeit schon einmal bei Ikea gegen neue ausgetauscht. War kein Problem.


Jetzt, vielleicht zehn Jahre nach dem Kauf, sind die Dinger wieder erschlafft. Und wieder: Ikea wechselt die Scharniere gratis aus. Die Dinger wurden uns sogar in großzügiger Stückzahl kostenfrei nach Hause geschickt (die Scharniere sind übrigens "made by Ferrari in Italy"). Wenn das mal kein Service ist... Ich bin mir ganz und gar nicht sicher, dass ein Küchenfachgeschäft so etwas auch bieten würde.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Hurra! Joghurt schützt vor Mundgeruch.

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Juhuu! Joghurt hilft gegen Husten und Schnupfen, stärkt Knochen und Zähne und hilft gegen die Geißel der Zivilisation: Mundgeruch. Aber, Vorsicht: Joghurt lebt auch. Bitte verzehren Sie nur Joghurt, aus staatlich zertifizierten Joghurt-Farmen und keinen wild geschossenen Joghurt. Vielen Dank.

Gesehen im Bok im Hamburger Schanzenviertel.

Dienstag, 16. Februar 2010

Das Verschwinden der Männer

Es gibt eine Generation, da scheinen die Männer abhanden gekommen zu sein. Das sind Frauen im Alter zwischen Mitte Fünzig und Mitte Siebzig. Sie tragen flotte, bzw. praktische Kurzhaarfrisuren und leben allein. Sie arbeiten nicht, sondern leben von der Rente ihrer im Regelfall verstorben Ehemänner. Oder vom Unterhalt. Es gibt zwei Möglichkeiten, warum diese Frauen keinen Mann mehr haben: Er ist a) gestorben oder b) hat sie für eine Jüngere sitzen lassen. Version a) scheint häufiger vorzukommen.

Woran sterben diese Männer? Zunächst einmal sind die Ehemänner dieser Generation in der Regel deutlich älter als ihre Frauen und Frauen leben ja statistisch eher länger. Außerdem entstammen diese Männer einer Generation, wo der Konsum von hartem Alkohl bevorzugt in Form von so genannten "Kurzen" zum guten Ton gehörte. Zumal bei der Feuerwehr oder dem Schützenverein. Oft wird dann auch noch geraucht. Die Folgen: Herzinfarkt, Lungenkrebs, Schlaganfall. Und dann gibt es noch die, die aus leitender Position heraus mit ihrer Sekretärin usw.

Dies führt dazu, dass es eine ganzen Menge rüstiger Frauen gibt, die sich in mehr oder weniger informellen Klubs ständig treffen und etwas unternehmen. "Frauen unterwegs" heißt das dann beispielsweise. Oder es werden Spieleabende organisiert. Oder man wandert oder besucht den Fabrikverkauf von Lindt in Aachen inkl. Weihnachtsmarkt. Solche Frauen können in der Regel auch die Mittags-Angebote sämtlicher Restaurants im Umkreis von 40 Kilometern auswendig. Man trifft sich in Restaurants, isst aber nie zum regulären Preis. Hinterher wird das höchste Lob für einen Gastronomiebetrieb ausgestellt: "Da kann man nicht meckern."

Einige haben den Führerschein gemacht, trauen sich aber nicht bei Schnee, Regen, starkem Wind oder im Dunkeln zu fahren. Autobahn und enge Parkhäuser lieber auch nicht. Der Führerschein ist eher so eine Emanzipation light. Generell sind die Witwen  im Vorteil, da sie oft eine ausreichende Rente beziehen, man ist ja noch in den Wirtschaftswundertagen groß geworden. Die Sitzengelassenen haben es oft nicht so gut, weil "die Neue" die Witwen-Rente abgreift. Da heißt es dann schon mal hinter vorgehaltener Hand: "Die muss aber noch arbeiten." In solchen Kreisen eher als Makel zu verstehen. Nicht zuletzt, weil man dann nicht an den günstigen Mittagsangeboten in Restaurants partizipieren kann.

Diese Frauen haben oft Angst. Angst vor dem Wetter ("Glatt!"), vor dem unvorhergesehenen Reparaturfall ("Frauen werden von Handwerkern immer übers Ohr gehauen."), vor Jugendlichen ("Der Fahrkartenautomat ist schon wieder demoliert."), vor dem Verkehr ("Autobahn fahr ich nicht."), vor dem Alltag ganz allgemein. Dass sie sich überhaupt zusammentun und bei Tageslicht in gewissen Grenzen aktiv sind, ist schon ein großer Schritt für sie.

Gewählt wird in diesen Kreisen eher nicht, denn "die da oben" sind eh alle gleich, bzw. "machen eh, was sie wollen". Steuern werden aber eher nicht gezahlt. Diese Frauen sind gute Kunden bei Restaurants, dem öffentlichen Personennahverkehr, Busreise-Unternehmen, den Herstellern von Nordic-Walking-Stöcken, Frisören und Konditoreien. Sie sind eine geheime Wirtschaftsmacht in diesem Land.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Die Schneeräum-Nazis sind unterwegs

Es gibt da dieses Geräusch zur Winterzeit, das einem durch Mark und Bein geht. Dieses Scharren und Kratzen über unregelmäßige Betonflächen. So eifrig und emsig. Dieses Geräusch ist eine einzige, ganz und gar nicht stumme, Anklage. Die Schneeräum-Nazis sind unterwegs.

In Deutschland besteht die so genannte Räum- und Streupflicht, wenn man "Anlieger" ist. "Anlieger" ist man, wenn man Haus- oder Wohnungseigentümer oder Mieter einer Immobilie mit Straßenzugang ist. Wohl dem, der in einer Stadt in einer anonymen Mietskaserne haust, bei der die Wohnungsverwaltung um Ärger zu vermeiden, und den gäbe es ganz zweifellos immer, die Schneeräumpflicht auf einen Hausmeister-Service abgewälzt hat. Das in den Nebenkosten vermauschelte Geld ist gut angelegt.

Sobald in Deutschland dürre Flocken auf den Asphalt rieseln, kommen die Schneeräum-Nazis aus ihren bereits am frühen Morgen neonhellen Stuben gestapft. Es wird gekratzt, gescharrt und gestreut. Die Schneehaufen, die der Gemeinde-Unimog gegen 4.30 Uhr bereits unter ohrenbetäubendem Getöse und gelben Warngeblinke auf den Gehweg geworfen hat, werden pflichtschuldigst wieder zurück auf die Straße zurückgeschippt. So will es das Gesetz.

Was aber, wenn man brav geräumt und gestreut hat, das Haus verlässt, um der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle nachzugehen, die das Land aus der Rekordverschuldung rettet, auch dies wird verlangt, und es dann während der Abwesenheit nochmal schneit? Die Vorschriften kennen kein Pardon:

"Die Gehwege müssen werktags bis 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr von der weißen Last befreit sein. Auch danach ist unverzüglich, bei Bedarf auch mehrfach zu räumen und zu streuen. Diese Pflicht endet erst um 21 Uhr."

So informiert die ortsansässige Gemeindeverwaltung in ihrem offiziellen Amtsblättchen. Und wer salzt und denkt, das hält dann 'ne Weile, ist auf dem Holzweg:

"Zum Bestreuen darf grundsätzlich nur abstumpfendes Material wie Sand, Splitt oder Asche verwendet werden. Mit Ausnahme von Gehwegen an Steillagen darf kein Salz verwendet werden und auch dort darf der Salzanteil nur bei einem Drittel liegen."

Also: Wenn man das Pech hat, während des Tages außer Haus zu sein, muss man einen persönlichen Diener anheuern, der mit Asche-Eimer, Salz-Messstab und Schippe hinter der Haustür lauert, bis sich wieder eine Flocke zeigt. Nicht vergessen, den Neigungswinkel der Gasse mit dem Geo-Dreicekc nachzumessen! Ansonsten wird man angezeigt und zum Tode durch den Strang verurteilt, wenn sich Oma Kasuppke beim frühmorgendlichen Gassigang im Schneegestöber ihren Hals bricht.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Der große Gutschein-Swindle

Gutscheinautomat1 Weihnachtszeit - Gutscheinzeit. Was will man auch "immer schenken"? Handtücher, Socken, Schnaps, Wurst-Sträuße... allet schon mal dajewesen. Also muss ein Gutschein her. Das wirkt, warum auch immer, nicht ganz so kapitalistisch herzenskalt wie Bargeld oder eine Termin-Überweisung. Immerhin muss sich der Schenker beim Gutschein-Erwerb noch die Mühsal aufladen, eigenfüßig irgendwohin zu latschen und den blöden Gutschein, den es heutzutage meist in Form von aufladbaren Plastikkärtchen gibt, erstehen.

Als ich nun in der hiesigen Shopping-Mall des Vertrauens, dem Rhein-Neckar-Zentrum, zum Gutschein-Halali blasen wollte, machte ich zwei Entdeckungen. Zum einen: Gutscheine  kann man sich hier nun sogar am Automaten ziehen. Klasse! Da muss man selbst beim Gutscheinkauf keinen lästigen Verkäuferinnen-Kontakt mehr haben! Aber, zweitens: Das Rhein-Neckar-Zentrum will doch tatsächlich 50 Cent pro Gutschein als "Bearbeitungsgebühr". "Bearbeitungsgebühr?" Geht der Automat dann nach Feierabend noch mit seinen Kumpels Bankomat und Fahrkartenautomat einen trinken? Und dann auch noch dieses freche, geradezu provozierende "nur" 50 Cent.

Also flugs doch zur überschminkten Dame im gläsernen Info-Silo geeilt und nachgefragt. Doch, doch Gutscheine kosten hier immer 50 Cent. Aber, so rasselte die Dame ihr auswendig gelerntes Marketing-Gedöns herunter, die seien dafür auch fälschungssicher (!) und man kann sie sogar im Kinopolis einlösen. Jaha, das sind doch mal Vorteile! Aber wissen sie was: Mein 50-Euro-Schein ist ebenfalls fälschungssicher und kann auch im Kinopolis eingelöst werden.

Donnerstag, 26. November 2009

Der Fetisch Fußball

"Fußball" kreischt der Bub und tritt drauf, dass es scheppert. Der Bub hat ein übergroßes FC Bayern-Trikot an, vermutlich sauteuer. Und wieder: "Fußball!" Bumm. Zack. Schepper. Um Fußball kommt man nicht herum. Fußball ist die Barbie für Jungs.

Alle reden in der Schule von Fußballvereinen und sie datschen. Ein schreckliches Wort: datschen. Für Leute, die keinen Jungen im Grundschulalter haben, muss man vermutlich erst einmal erläutern, was damit gemeint ist. Gedatscht wird mit Datschkarten, das sind die stinknormalen Panini-Fußball-Sammelbildchen. Bloß, dass die Racker nicht sammeln und brav einkleben, sondern datschen. Und das geht so:

Mittwoch, 18. November 2009

Vertriebskanal Grundschule

gaensefuessschen Die Grundschule wird von einigen findigen Firmen gerne als Vertriebskanal genutzt. Unser Sohn geht mittlerweile in die zweite Klasse und seither haben wir bereits so einige Verkaufsaktionen miterleben dürfen. Gerade Verlage gehen dabei durchaus geschickt vor und meistens ist es Schülern, Eltern und vermutlich auch Lehrern nicht unbedingt bewusst, dass hinter freundlichen Angeboten oft wirtschaftliche Interessen stecken. Einige Beispiele aus eigener Erfahrung:

"Gänsefüßchen"

Viermal pro Jahr erscheint ein Verkaufs-Heftchen namens "Gänsefüßchen". Darin werden "Bücher für Mädchen und Jungen zwischen 5 und 10 Jahren" offeriert, und zwar besonders "günstige" Bücher. Der Verlag an der Este bietet in den Prospekten Restauflagen und günstige Preisgebundene Bücher zu aktuellen Themen an. In der Winterausgabe z.B. ein Buch zum "Wickie"-Film oder ein Pettersson und Findus Winter-Buch. Die Bestellung wird auf geradezu vorsintflutliche Weise abgewickelt. Hinten auf dem Prospekt ist ein Bestellformular, auf dem man die gewünschten Bücher ankreuzt. Das Geld für die bestellten Bücher, soll man dann "in einen Umschlag stecken" (!) und "der Organisatorin/dem Organisator des Gänsefüßchens in der Schule zukommen lassen."

Warum machen Grundschullehrerinnen und -lehrer das gerne: Weil es für zehn bestellte Bücher ein Buch gratis für die Schule gibt. Und der Verlag spendet auch noch treuherzig 25 Cent pro Buch an die armen Kinder in Afrika und sagt, dass die Spende vom Verlag nochmal um 25 Cent aufgestockt wird. Das ist alles gut und schön und heile Welt, was mich aber ein bisschen stört, ist dieser Weg über die Grundschule. Es entsteht automatisch ein unterschwelliger Gruppenzwang, Bücher aus diesem Prospekt zu bestellen. Die Lehrerin oder der Lehrer teilen die Dinger aus - damit hat das für die Kinder quasi offiziellen Charakter. Und wenn dann andere Kinder ihre Bestellzettel zurückbringen, will der eigene Junior da nicht zurückstehen.

Der Duden-Verlag

Der Duden-Verlag aus Mannheim hat über die werte Lehrerschaft der Grundschule in der ersten Klasse Prospekte für Schüler-Duden und Lexika verteilen lassen. Wenn man die bestellt hat, bekam man ein irgendsoein Lexikon dazu geschenkt. Ich habe das Ding gleich im Papiermüll entsorgt. Wir haben genug Lexika daheim und ich sehe nicht ein, einen billigen Marketing- und Adressfänger-Trick zu unterstützen. Die Sache war schon vergessen, als unser Sohn Tage später einen Riesenaufstand machte, weil wir noch "diesen Zettel" abgeben müssen! "Dieser Zettel"! Es gab Gezeter und Geheule, weil mir erst nach einem Anruf bei anderen Eltern aufging, was er mit dem "Zettel" meinte: den vermaledeiten Bestellzettel für den bekloppten Duden. Kinder haben einfach noch kein Gespür dafür, was Werbung ist und was wichtig. Und die bekommen weiß Gott auch genug offizielle Zettel  von der Schule mit. Die Unbedarftheit von Kindern wird von einigen Firmen gnadenlos ausgenutzt.

Die "Flohkiste"

Das ist eine Zeitschrift, die vierzehntäglich für die 1. und 2. Klasse erscheint und zum Lesen animieren soll. Auch der Verlag der "Flohkiste" wendet sich gerne an Grundschullehrer und offeriert "ganz tolle" Lese-Übungshefte. Diese gibt es sogar gratis, wenn man pro Klasse drei Probe-Abos abschließt, die auch kostenpflichtig sind, im Regelfall aber von allen Eltern der Klasse gemeinsam gezahlt werden. Ein Jahresabo kostet 22,40 Euro. Ja, das mag alles seine Berechtigung haben und die Übungshefte sind bestimmt toll und das Geld der öffentlichen Hand ist knapp usw. Aber erneut ist da ein Staunen, wie leichtfertig man sich in der Schule den Marketing- und Vertriebsinteressen eines Verlages unterwirft.

Schon einmal habe ich hier über den Marketing-Trick für Elmex Kinder-Zahnpasta in Kindergärten geschrieben. Diese Marketing- und Vertriebsmasche funktioniert übrigens nicht nur bei den Kindern ganz prima. Auch viele Eltern nehmen alles, was in Grundschule und Kindergarten präsentiert wird, scheinbar ohne zu nachzufragen in die eigene Lebensanschauung auf. Ich habe mich mal über die Elmex-Aktion im Kreis erwachsener Menschen ausgelassen. Die Anwesenden waren felsenfest davon überzeugt, dass Elmex die BESTE Zahnpasta überhaupt ist. Basta, Zahnpasta. Nun mag diese Zahncreme ja nicht schlecht sein, bestimmt ist die sogar gut. Aber andere Zahncreme ist eben auch gut und deren Hersteller verteilt keine Pröbchen im Kindergarten. Und Jugendbücher, die ich im Buchladen  oder bei Amazon kaufe sind auch nicht schlechter als die von "Gänsefüßchen".

Dienstag, 17. November 2009

"Bauer sucht Frau" - Bekenntnisse eines Erst-Guckers

Gestern abend habe ich es gewagt und zum ersten Mal in meinem Leben "Bauer sucht Frau" geschaut. Mit mir zusammen sahen im Durchschnitt über acht Millionen, wie ein bis auf eine schlimme Unterhose nackter Jungbauer mit einer verstörenden Clownpuppe das Ehebett teilt. Diese Sendung anzusehen hat was davon, körperlich deformierte Menschen in der U-Bahn anzustarren. Näheres dazu in meinem Blog bei MEEDIA.

Dienstag, 3. November 2009

Callcenter-Höllenhündinnen - vorsicht bissig!

Dass Telefon-Marketing mit hochgradig unseriösen Methoden arbeitet und gewaltig nervt, ist ein alter Hut. In jüngerer Zeit werden die Callcenter-Höllenhunde aber zunehmen bissiger. Zwei Erlebnisse aus den vergangenen Tagen:

Fall 1:

Anruf einer Dame des "Finanz-Optimierers" AWD. Das ist die Firma von Carsten "Maschi" Maschmeyer, dem Hannoveraner Lover von der Ferres Vroni. Die Frau am Apparat spricht gehetzt, liest offenbar von einem Blatt oder einem Bildschirm ihre Sprüche ab, mühsam einen starken Dialekt unterdrückend. Dabei sie sie immer wieder scheinbar wahllos meinen Namen ein, wohl um so etwas wie "persönliche Ansprache" zu suggerieren. Diese Schulungen müssen aber auch wirklich grottenschlecht sein. "Herr Winterbauer, wir optimieren Ihre Finanzen. Mit uns können sie bis zu 5.000 Euro jährlich einsparen, Herr Winterbauer. Herr Winterbauer, AWD ist unabhängig. Ein Finanzberater, Herr Winterbauer, kommt unverbindlich zu ihnen nach Hause und führt ein Beratungsgespräch."

Es fällt schwer der miserabel trainierten Hausfrau ins Wort zu fallen. Als es mir gelingt sage ich nicht, dass ich genau weiß, was ein so genannter Struktur-Vertrieb ist und ich AWD und MLP für Vertriebs-Scurken allererster Güte halte, die einen ohne mit der Wimper zu zucken in den finanziellen Ruin treiben würden. Stattdessen frage ich: "Woher haben Sie meine Telefonnummer?"

Die schlecht Geschulte schnauft schwer. "Jemand" habe mich empfohlen.

"Darf ich fragen, wer das war?"

Das wisse sie nun auch nicht, ich könne aber bei dem Besuch eines Beraters auch jemanden empfehlen und außerdem sei AWD ja unabhängig und alles zu meinem Vorteil und ob ich kein Geld sparen wolle etc.pp ging das wieder los.

Darauf ich: "Ich habe ihnen keine Erlaubnis für solche Werbeanrufe erteilt. Sie sollten wissen, dass aktive Telefonwerbung ohne Erlaubnis illegal ist. Ich könnte sie hierfür anzeigen."

Die schlecht geschulte Hausfrau ist hörber konsterniert, dass ihre Spar-Angebote auf taube Ohren stoßen.

"Ach Gottchen, na gut..."

Und dann mein Lieblingsspruch für solche Fälle: "Rufen Sie hier nie wieder an!"

"Ja, ja ist ja schon gut, ach du meine Güte...." Man kann das Kopfschütteln der schlecht Geschulten förmlich durch den Telefonhörer sehen. Allerdings muss man den Halunken von AWD zugestehen, dass sie ihre Rufnummer offen anzeigen lassen. Wäre aber wahrscheinlich auch zu fahrlässig, sich mit "Huhu, hier ist AWD" zu melden und die Nummer zu unterdrücken. Das ist schließlich auch verboten.

Fall 2:

Der Berliner Strom-Anbietr Primus klingelt an. Ebenfalls mit offener Rufnummer. Ja, man wolle jetzt doch nochmal nachfragen, weil sie mir da noch ein extra Angebot mit ganz ganz billigem Strom usw. unterbreiten wollten.

Und auch hier wieder die bewährte Nachfrage: "Woher haben Sie meine Rufnummer?"

"Die haben sie mal angegeben!"

"Das wüsste ich aber. Kann nicht sein."

Die Dame, besser geschult als der Trampel von AWD, leicht gereizt: "Doch, die Nummer haben sie angegeben und sie haben auch angegeben, dass sie telefonisch informiert werden möchten über neue Angebote. Sonst würden wir sie gar nicht anrufen."

"Das ist Unsinn, ich habe nirgendwo sowas angegeben..."

"Dann vielleicht ihre Frau!", schnappt die Callcenter-Höllenhündin zurück.

"Dann schicken sie mir doch bitte mal mein unterschriebenes Einverständis per Fax..."

"Ja, das werde ich gerne tun", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Huch. Habe ich denen etwa doch eine Erlaubnis für Nerv-Anrufe erteilt? Nicht dass ich wüsste... aber das Gedächtnis... mal drauf ankommen lassen.

"Faxen sie das mal. Die Faxnummer ist dieselbe wie die Telefonnummer. Die haben sie ja." Sicherheitshalber diktiere ich der Tussi nochmal die Nummer. Sie verspricht, mir sofort die Einverständniserklärung zu faxen. Nach dem obligatorischen Hinweis von mir, trotzdem nie wieder anzurufen, schnauzt sie:

"Dann müssen sie sich eben selbst um günstigen Strom kümmern."

Ja, muss ich wohl. Ein bisschen unheimlich ist es aber schon, dieses neue, dummdreiste Selbstbewusstsein der Callcenter-Schnepfen. Das Faxgerät schwieg übrigens still.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

New York und Heddesheim haben mehr gemeinsam, als man denkt

Über die sehr hilfreichen Lesetipps "6 vor 9" des Bildblog bin ich auf ein Porträt über den Journalisten Hardy Prothmann aufmerksam geworden. Ich stolperte zunächst darüber, weil Prothmann früher auch mal kurz bei meinem Ex-Arbeitgeber, dem "kress report" tätig war und ich ihn daher flüchtig kenne. Die Website evangelisch.de schrieb nun über ihn und sein heddesheimblog ein Porträt. Mit dem heddesheimblog will Prothmann in seinem Heimatstädtchen Heddesheim, nahe der Kurpfalz-"Metropole" Mannheim, eine Art alternativen Lokaljournalismus aufziehen. Kritischer, schneller, diskussionsfreudiger als die verschnarchte Lokalpresse vom "Mannheimer Morgen". Dabei geht es keineswegs nur um Skandälchen. Im heddesheimblog werden auch die Ergebnisse vom Schwimmwettkampf veröffentlicht oder eine Fotogalerie vom Tanzsportwochenende. Zum Schwimmwettkampf gibt es dann auch mal einen Kommentar, der den Verein kritisch anfasst. Für Vereine in der Provinz eine ganz neues Mediengefühl.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Neues Produkt: Skiboot-Butler

Manchmal gibt es neue Produkte, die einfach auf einer guten Idee basieren. Ein solches ist der Skiboot-Butler. Das ist einfach eine Art hohler Plastikgriff, den man über die Schnalle eines Skistiefels stülpen kann. Dank der Hebelkraft lassen sich damit die Schnallen des Skistiefel sehr viel leichter schließen. Gerade bei den eng gestellten Stiefeln im schwitzigen und überfüllten Ski-Depot ist das Gold wert. Und die Gefahr, dass man sich den Finger klemmt, ist auch gebannt. Braucht man ihn gerade nicht, verschwindet der Butler dezent in der Brust-Tasche der Skijacke. Ausgedacht hat sich den Skiboot-Butler der Doktorand Michael Völpel an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Verkauft wird der Skiboot-Butler für knapp unter zehn Euro in Sport-Fachgeschäften und Karstadt-Kaufhäusern mit Ski-Abteilung.

gefunden im "Technik & Motor"-Teil der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

Mittwoch, 30. September 2009

Buchbesprechung: Martin Lindstroms "Buyology - Warum wir kaufen, was wir kaufen"

Martin Lindstrom gilt als internationaler Marketing-Guru. Der gebürtige Däne hat u.a. Pepsi, McDonald's, American Express und Walt Disney in Markenfragen beraten. Ich habe mit sein neustes Buch angeschaut: "Buology - Warum wir kaufen, was wir kaufen".

Lindstrom befasst sich in dem Buch hauptsächlich mit dem so genannten Neuromarketing. Dabei werden Gehirnströme von Probanden untersucht und Auswirkungen von Marken-Botschaften auf die Hirn-Aktivität gemessen. Dabei wird zum Beispiel gemessen, welche Hirn-Windungen stimuliert werden, wenn einem Kunden bestimmte Produkte vorgeführt werden.

Lindstrom hält Neuromarketing für ein großes Ding. Er sagt, was Probanden in Fragebögen oder Interviews angeben ist eine Sache, wie sie ihre Kaufentscheidung fällen, eine ganz andere. Damit hat er sicher Recht, auch wenn die These eher banal ist.
Was wir über unsere Einstellung zu einem Produkt sagen, ist niemals ein verlässliches Zeichen dafür, wie wir uns verhalten werden. Das macht die Marktforschung so unzuverlässig.

So wurde Lindstrom u.a. damit beauftragt, zu testen ob die schrille englische Spielshow "Quizmania" auch in den USA ankommen würde. Auftraggeber war die TV-Produktionsgesellschaft FremantleMedia (die haben auch die Rechte an "Deutschland sucht den Superstar"). Die Marktforscher ließen 200 Probanden neben "Quizmania" auch die Hit-Show "How clean is your House?" und die Flop-Show "The Swan" schauen. Bei "How clean is Your House?" kommen zwei Putzteufelinnen in irgendeinen Messie-Haushat und räumen tüchtig auf. Bei "The Swan" wird ein hässliches Entlein mit Chirurgen-Power in einen "schönen" Schwan verwandelt. Bei den Fragebögen kam heraus, dass fast alle Probanden "House" und "Swan" in etwa gleich bewerteten. "Quizmania" wurde in den Fragebögen regelrecht abgestraft.

Die Gehirn-Scans zeigten ganz andere Ergebnisse. Zum einen zeigten die Scans, dass die Zuschauer bei "House" emotional wesentlich involvierter waren als bei "Swan". Sie zeigten auch, dass auch "Quizmania" es schaffte, die Zuschauer zumindest bis zu einem gewissen Grad zu begeistern.

Dieses Phänomen, dass man oftmals, bewusst oder unbewusst, nicht sagt was man meint oder tut, wird in "Buology" breit ausgewalzt. Lindstrom ist dann am Interessantesten, wenn er mit klassischen Konsum-Klischees aufräumt. Zum Beispiel legt er durchaus plausibel dar, dass die Formel "Sex sells" zwar stimmt, aber anders als viele denken:
Sex scheint nichts anderes zu verkaufen als sich selbst.

So erinnern sich zwar viele Probanden nach dem Zeigen einer sexy Werbe-Kampagne an die schlüpfrigen Szenen, nicht aber an das Produkt. Auch der Zusammenhang zwischen Markenführung und Religion, den Lindstrom herstellt, ist interessant. Darüber hinasu gibt es eine Menge lesenswerter Anektoden über Konsumforschung. Etwa über die berühmte Produktplatzierung von Hershey Schokolade in "E.T."

Was hingegen gewaltig nervt, sind die immer mal wieder eingestreuten Selbst-Belobigungen und Angebereien des Autors.
Ich sitze pro Jahr fast an dreihundert Tagen im FLieger, ich gebe Präsentationen, stelle Aalysen vor und halte Reden.

Lindstroms Stil ist zudem ein wenig, nun ja, platt. Er ist wahrscheinlich ein brillianter Redner und Konsumforscher, aber als Autor leider bestenfalls Mittelmaß. Muss man "Buology" lesen? Man kann. Das Buch bietet interessante Einblicke in Marken-Mythen und Konsum-Forschung. Freilich ist der Umfang von 280 Seiten für die gebotene Substanz ein wenig gebläht. Zwei drei ausführliche Zeitungsartikel würden von der Länge her ausreichen, das Erwähnenswerte aus "Buyology" zusammenzufassen. Aber das ist ja leider bei sehr vielen populären Fachbüchern der Fall.

Martin Lindstrom

"Buyology - Warum wir kaufen, was wir kaufen"

Campus Verlag GmbH

24,90 Euro

Sonntag, 27. September 2009

Lesetipp: "Der Spiegel" über den Textildiscounter Kik

Die bereits von weitem billigen Kunststoff ausdünstenden Filialen der Billigst-Bekleidungskette Kik gehören zu den wenigen Geschäften, die ich aus Prinzip noch nie betreten habe. Werbung, Aufmachung der Läden, die präsentierten Waren  und die dort verkehrende Kundschaft sind allesamt wenig einladend. Aber die Billig-auf-Teufel-komm-raus-Masche zieht offenbar. Kik expandiert auch in der Krise. "Der Spiegel" hat nun ein sehr lesenwertes Stück ("Wie teuer ist billig?") zum System Kik veröffentlicht. Zitat:
Doch der Erfolg beruht auf einer Täuschung. Genau genommen sind Kiks Preise nicht billig - sie kommen Mitarbeiter, Zulieferer und oft auch Kunden teuer zu stehen. Den höchsten Preis für den hiesigen Geiz zahlen die Näherinnen in den Fabriken in Bangladesch. Fast die Hälfte der Waren stammt von dort.

Oder auch dies hier aus einem Kik-Zulieferbetrieb in Bangladesh, als könnte man sich sowas nicht denken, wenn eine Hose 2,99 Euro kostet:
Sathi Akhter ist 16 Jahre alt. Sie arbeitete in einer Kik-Zulieferfabrik in der Hauptstadt Dhaka, 10, 12, manchmal 16 Stunden pro Tag - für umgerechnet 25 Euro im Monat. Mit ihren Eltern und ihrem Bruder teilt sie sich einen knapp sechs Quadratmeter großen Verschlag als Wohnung. Frisches Wasser, erzählt Sathi Akhter, gebe es in der Fabrik nicht, oft nicht mal Spülwasser in den dreckigen Toiletten.

Nach der Lektüre hat man wieder ein paar Gründe mehr, um Kik-Filialen einen großen Bogen zu machen.

Samstag, 26. September 2009

Indianerehrenwort.com - Marketing-Mummenschanz vom Stamm der Deutschen Telekom

Die Telekomiker und ihre Schergen werden immer dreister. Nicht nur, dass im Abstand von ungefähr drei Monaten immer wieder neue Callcenter-Amöben hier anrufen und mir einen neuen DSL-Vertrag aufschwatzen wollen obwohl ich schon ein dutzendmal gesagt habe, die sollen bleiben wo der Pfeffer wächst et cetera pp. Jetzt bekam ein Nachbar einen scheinbaren Privatbrief ins Haus geschickt. Absender eine gewisse K. Reiche aus Bonn. Absender- und Empfängeradresse waren agenscheinlich handschriftlich verfasst.

Im Brief war lediglich eine künstlich auf alt gemachte Karte. Darauf stand nichts außer der geheimnisvollen Internetadresse:
www.indianerehrenwort.com/kasuppke22

Wobei im Original statt "Kasuppke" der echte Nachname meines Nachbarn dastand, den ich hier aus Anonymisierungsgründen abgeändert habe. Die betreffende Internetadresse mit dem Indianderehrenwort angesteuert hab es eine seltsame Website mit Indianer-Schattenrissen und einen Holztafeln, mit platten Sprüchen drauf. Zunächst die Begrüßung:
Hugh Herr Kasuppke,

schön, dass Sie vorbeischauen. Das ist Häuptling Flinke Feder. Er möchte Ihnen eine Nachricht übermitteln und sucht dringend ihren Rat.

Zweimal weitergeklickt, sieht der Bildschirm dann so aus:

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Hier fällt zum ersten Mal das Wort "DSL-Anbieter". Noch einen Klick weiter:

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Besonders schön ist die Formulierung
Ich möchte vom Stamm der Deutschen Telekom angerufen und zu den Komplettpaketen von T-Home beraten werden.

Klickt man stattdessen auf "Danke, ich brauche kein DSL" geben sich die Telekomiker erstmals richtig zu erkennen:

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Aufgeführt hat diesen Marketing-Mummenschanz die Leipziger Werbeagentur Wohlfahrt auf die auch die Internetadresse www.indianerehrenwort.com registriert ist. Steuert man die Website ohne den entsprechenden Namen von der Karte an, kommt man freilich nicht weiter.

Jetzt aber mal im ernst, liebe Telekom: Was soll das? Haltet Ihr es für eine gute Idee, Werbebriefe zu verschicken, die arglose Leute vielleicht für einen Privatbrief halten könnten? Und dann gebt Ihr Euch ewig nicht zu erkennen und wer beim Klicken nicht genau aufpasst erteilt auch noch die Erlaubnis auf viele viele Anrufe aus der Callcenter-Ursuppe. Für diese hanebüchene Online-Bauernfängerei werdet Ihr irgendwann in der Direktmarketing-Hölle schmoren. Darauf, liebe Telekomiker, ein großes Indianerehrenwort. Hugh!

Montag, 21. September 2009

Vom Händler zum Hersteller: Amazon

AmazonBasicsAmazon.com ist in den USA schon ein ganzes Stück weiter als hierzulande Amazon.de. Der Online-Händler übernimmt Schritt für Schritt alles, was irgendwie mit Einkaufen und Service im Internet zu tun hat. Der neuste Streich: Amazon.com verkauft jetzt auch Elektronik-Artikel unter eigenem Namen: die so genannten AmazonBasics. Es handelt sich im Prinzip um nichts anderes als eine Handelsmarke, wie wir sie von dm (Balea), Aldi (Kokett) oder auch Globetrotter (Meru, Kaikialla) kennen. Derzeit ist das Angebot von AmazonBasics noch sehr beschränkt (hier die offizielle Pressemitteilung). Es gibt ein paar Kabel, CD- und DVD-Rohlinge. Man darf aber davon ausgehen, dass da deutlich mehr folgt. Mit dem weltweit beachteten und nur in den USA erhältlichen E-Book-Reader Kindle ist Amazon ja bereits zum Hardware-Hersteller mutiert. Warum kein Amazon-Handy, ein Amazon MP3-Spieler et cetera? Das kommt garantiert.

Montag, 24. August 2009

Schneller Ekel-Content für Zwischendurch: Ritter Sport Weißwurst


Mmmh, lecker! Schon die neue Ritter Sport Sorte "Weißwurst" probiert? Bitte vor dem 12-Uhr-Schlag konsumieren. Das ist natürlich ein Photo-Shop-Fake, gefunden u.a. hier. Die Google-Bildersuche spuckt aber erstaunlich viele Treffer zu "Ritter Sport Weißwurst" aus. Vielleicht gibt es da ja einen Bedarf?

Höchst real ist dagegen dieses Ekel-Food:

Dosen-Burger

Ein Cheeseburger in der Dose, wie er von der sonst eher geschätzten Firma Globetrotter als "Trekking Mahlzeit" angeboten wird. Folgendermaßen wird der Cheeseburger in der Dose bei Globi angepriesen:
Der Outdoor-Cheeseburger ist da! Mit saftigem Jungrindfleisch, leckerem Käse, Röstzwiebeln, Gurke, Senf und Ketchup. Er ist bereits fertig gebacken, einfach die Dose für ca. 10 Minuten im Wasserbad erhitzen, Deckel auf und genießen. Der Hamburger kann aber auch in der Pfanne erhitzt werden. "Guten Appetit".

Immerhin setzen sie das "Guten Appetit" von sich aus in Anführungszeichen.

Mittwoch, 12. August 2009

Diese gruselige Babypuppe rülpst metallisch: Bebé Glotón

Die neuste, völlig kranke Idee aus der Spielzeugbranche: Eine Babypuppe, die simuliert mit der Brust gefüttert zu werden. Ja genau. Kleine Mädchen sollen sich eine Art Mutterbrust-Simulator umschnallen, die Babypuppe kräht und wird an die künstlichen Nippel gehalten. Danach imitiert die Baybpuppe Saug- und Schmatzgeräusche. Am Ende gibt das Gerät einen metallischen Rülpser von sich. Kaum zu glauben, aber wahr. Erfunden wurde die Puppe, die auf den Namen Bebé Glotón hört, von einer spanischen Spielzeugfirma.

Das Spielzeug aus der Hölle soll laut Hersteller angeblich ein "normales" mütterliches Verhalten anerziehen. Meinen die das ernst? Das Ganze ist unglaublich abgeschmackt und verstörend. Hoffentlich kommt dieses saugende und rülpsende Roboter-Baby nicht auf den deutschen Markt. Hier ein Präsentationsvideo von Bebé Glotón. Man merkt erst, wie verstörend und gruselig das ist, wenn man es sieht:





Montag, 10. August 2009

Der Bergmönch - Downhill-Irrsinn von Koga Miyata

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Die Holländer von Koga Miyata gelten als eine der feinsten Fahrrad-Firmen überhaupt. Bekannt vor allem für ihre exzellenten Rennmaschinen, stellt diese Firma auch ausgezeichnete Trekking- und Mountain-Bikes her und ist immer gut für eine Überraschung. Der neuste Streich von Koga ist an Irrwitz aber kaum zu übertreffen: der Bergmönch. Bei diesem Gerät bekommt das Wort Fahrrad-Rucksack eine ganze neue Bedeutung. Der Bergmönch ist ein Downhill-Bike, das in einem Rucksack steckt, besser noch: mit einem Rucksack verwachsen ist.

Sonntag, 9. August 2009

Die Probleme von Tchibo - und wie man versucht, sie zu lösen

Tchibo hat ein Problem. Es läuft nicht mehr so geschmiert wie in früheren Jahren. Das Geschäft mit dem Kaffee ist ohnehin schon lange ein sehr schwieriges. Auf der einen Seite gibt es hippe, ultrateure Coffee-Shops wie Starbucks oder Balzac, die auch zu kämpfen haben. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Gelegenheiten, Billig-Kaffee zu konsumieren. Aldi und Co bieten qualitativ ordentlichen Kaffee zu Kampfpreisen für zuhause. Ketten wie Back Factory oder Ditsch versorgen den preisbewussten Koffein-Junkie on the go. Für die spießigen Tchibo-Filialen bleibt zwischendrin wenig Platz.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Wie bitte? AOL-Newsroom mit 500 Journalisten!

Das ist kaum zu glauben, was TechCrunch-Macher Michael Arrington da schreibt. Der siechende Ex-Online-Riese AOL schart offenbar viele der entlassenen Print-Journlisten in den USA um sich. Arrington berichtet, dass AOL bereits 500 Vollzeit-Schreiber angestellt habe, weitere 1.500 würden auf freier Basis arbeiten. (Update: Arrington schrieb zunächst von 1.000 Vollzeit-Schreibern und 500 Freien. Er hat die Zahl mittlerweile in einem Update zu seinem Beitrag korrigiert. Die falschen Zahlen stehen aber immer noch ganz oben bei TechCrunch. Nicht irritieren lassen.)

Was auf den ersten Blick wie Irrsinn aussieht, könnte sich als geschickter Schachzug erweisen. Das Kalkül: Print-Medien und traditionelle Medienhäuser schwächen sich selbst, indem sie massiv Mitarbeiter abbauen. AOL könnte dadurch zu einem Info-Powerhouse ohne Gleichen aufsteigen. AOL hat auch kaum eine andere Wahl. Das alte Zugangsgeschäft schwächelt und wurde weitgehend von DSL-Anbietern übernommen,, im Online-Werbemarkt kann AOL gegen Primus Google und das neue Kombinat Microsoft/Yahoo keinen Blumentopf gewinnen. Also stürtzt man sich mit voller Kraft auf das Info-Geschäft. Das kann gut gehen, muss aber nicht.

Haupt-Problem:

Das Inhalte-Geschäft ist teuer. 1.500 Journalisten wollen bezahlt sein. Ob sich die mutmaßlich horrenden Personalkosten jemals über Werbung refinanzieren lassen - man weiß es nicht. Tendenziell würde man heute wohl eher sagen: nein.

Aber es gibt auch Chancen:

Falls AOL die Nerven und das Geld hat, die Sache eine Weile durchzuziehen, könnte das Unternehmen einige pleite gegangene Zeitungen und/oder TV-Sender aufkaufen. Dann könnte der neue Mega-Newsroom auch Zeitungen oder spezialisierte Print-Produkte liefern. Immerhin sind Inhalten skalierbar. D.h.: Die Produktionskosten für die Inhalte sind zwar erstmal ziemlich hoch, bleiben im Wesentlichen aber gleich. Egal, wie hoch die Reichweite steigt und wie viele  Medienkanäle bedient werden.

Time Warner will sich ja von AOL trennen. Sollte AOLs riskante Strategie aufgehen, könnte Time Warner da bald wieder ein mächtiger Konkurrent heranwachsen.